Die aktuelle Ausgabe von Lexology Panoramic Cryptoassets & Blockchain 2026 – Liechtenstein bietet einen umfassenden Überblick über die fortschrittlichen und innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen für Cryptoassets und Blockchain Projekte in Liechtenstein. Die Publikation zeigt, weshalb Liechtenstein auch im Jahr 2026 weiterhin zu den führenden Standorten für digitale Finanzinnovation zählt.
Die bedeutendste aktuelle gesetzgeberische Entwicklung für den FinTech-Sektor Liechtensteins ist die vollständige Anwendung der Verordnung über Märkte für Kryptowerte („MiCAR“). Während das Gesetz über Token und VT-Dienstleister („TVTG“) bereits früh einen nationalen Rechtsrahmen geschaffen hat, führt MiCAR nun einheitliche Standards in der EU und im EWR für die Emission und das öffentliche Angebot von Crypto-Assets, deren Zulassung zum Handel sowie für die Lizenzierung bestimmter Dienstleister („CASPs“) ein. Liechtenstein hat sich frühzeitig auf diesen Wandel vorbereitet und MiCAR mit dem EWR-MiCA-Durchführungsgesetz („EWR-MiCA-DG“) bereits vor dessen Anwendbarkeit im EWR in nationales Recht umgesetzt.
Am 24. Juni 2025 wurde MiCAR auch formell in das EWR-Abkommen übernommen. Damit ist MiCAR nun im gesamten EWR unmittelbar anwendbar und ermöglicht ein vollständiges Passporting in sämtliche EU- und EWR-Mitgliedstaaten.
Trotz des Inkrafttretens von MiCAR bleibt das TVTG in Liechtenstein weiterhin anwendbar. Die Rechtsordnung des Landes ist damit durch ein duales Regime geprägt: MiCAR regelt jene Tätigkeiten, die auf EU-/EWR-Ebene harmonisiert wurden, während das TVTG in Bereichen gilt, die nicht in den Anwendungsbereich von MiCAR fallen – etwa bei Non-Fungible Tokens (NFTs) sowie den zivilrechtlichen Aspekten von Token. Besonders hervorzuheben ist, dass MiCAR zentrale Fragen zu Eigentum, Übertragung und Durchsetzbarkeit von Rechten an Cryptoassets ausdrücklich den nationalen Gesetzgebern überlässt. Liechtenstein hat durch das TVTG bereits ein entsprechenden Rechtsrahmen vor der Einführung von MiCAR geschaffen. Damit sichert sich Liechtenstein weiterhin seinen klaren regulatorischen Vorteil auf dem europäischen Markt.
Tauchen Sie in unser Lexology Panoramic Cryptoassets & Blockchain Kapitel ein und erfahren Sie, wie auch ihr FinTech, Cryptoasset oder Blockchain-Projekt optimal von den liechtensteinischen rechtlichen Rahmenbedingungen profitieren kann.
Niedermüller Rechtsanwälte verfügt über ein erfahrenes Team von Spezialistinnen und Spezialisten im FinTech-, Cryptoasset- und Blockchain-Bereich. Unter der Leitung von Managing Partner Dr. Matthias Niedermüller M.B.L.-HSG und Partnerin Dr. Giuseppina Epicoco begleitet die Kanzlei Mandanten bei der erfolgreichen Umsetzung einer Vielzahl von Cryptoasset- und FinTech-Projekte. Unser Team begleitet Sie bei der strategischen Planung bis zur regulatorischen Umsetzung.
12 | 2025